SCHWELLENRAUSCHEN
In den hybriden Zonen zwischen Text, Bild und Code
Orla Wolf, *17.02.1971 in Ratingen, lebt und arbeitet als interdisziplinäre Künstlerin und Autorin in Berlin und Düsseldorf. Sie studierte Neuere deutsche Philologie, germanistische Sprachwissenschaft, Philosophie, Theaterwissenschaften und Medienkommunikation an der Universität Trier, der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und der Ruhr-Universität Bochum. Das Studium schloss sie mit einer Arbeit über Ingeborg Bachmann ab.
Wolfs Werk bewegt sich zwischen Literatur, Film, Fotografie, bildender Kunst, Performance und künstlicher Intelligenz. Sie schrieb zahlreiche Bücher, Drehbücher, Lyrik, experimentelle Prosa und Theaterstücke. Ihr literarischer Blog zuckerauge, den sie seit 2014 schreibt, umfasst mehr als zweitausend eigene Texte aus den Bereichen Lyrik und Kurzprosa. Ihre Filme wurden international ausgezeichnet, und als bildende Künstlerin stellt sie regelmäßig in Galerien aus.
Orla Wolfs zentrale Themen bewegen sich zwischen Wahrnehmung, Identität, Erinnerung und dem
Spannungsverhältnis von Technologie und Natur. Sie experimentiert intensiv mit digitalen Literaturformen und KI-Kunst. In ihrer künstlerischen Praxis verhandelt sie Zustände von Fragilität und
Aufbruch, Instabilität und Wandel und der Transformation von Natur und Landschaft. Organische Motive verknüpft Wolf mit industriellen Elementen und erschafft so eine ganz eigene
Bildsprache.
Orla Wolf interessieren die Zwischenräume, die sie zwischen Bild und Text, Stabilität und Fluss, Klarheit und Mehrdeutigkeit auslotet. Kunst ist für sie kein abgeschlossenes Objekt, sondern ein offenes Gebilde, in dem Gegensätze nicht aufgelöst, sondern bewusst produktiv gehalten werden. Diese Spannung erzeugt Möglichkeitsräume, in denen sich Bedeutungen verschieben und neu aufladen können. Hybridität und Fluidität sind nicht nur Themen, sondern strukturelle Prinzipien in Wolfs künstlerischer Praxis und öffnen Räume für Mehrstimmigkeit und Ambivalenzen.
Ihre Ästhetik ist geprägt von einer suchenden Unruhe, die Risse und Brüche in vertrauten Architekturen seziert und in einer krisenhaften Gegenwart eine Reibung zwischen Utopischem und Dystopischem erzeugt, die sie zu etwas Drittem verschmelzen lässt.
„Ich arbeite in den hybriden Zonen – irgendwo zwischen Papier, Dunkelkammer und Serverfarm.“ (Orla Wolf)